Münster, Mathis-Orgel von 2003 Basel ____________________________________ Typ: Traktur: mechanisch Registratur: mechanisch Windladen: Schleifladen Baujahr: 2003 Einweihung: 8. Juni 2003 Orgelbauer: Mathis AG, Näfels Manuale: 4 + Pedal Register: 78 Manual I, C - a''', Rückpositiv Praestant 8 ' Gedackt 8 ' Quintatön 8 ' Oktave 4 ' Rohrflöte 4 ' Sesquialter 2 2/3'+1 3/5 ' Oktave 2 ' Blockflöte 2 ' Larigot 1 1/3 ' Scharff IV – V 1 1/3 ' Krummhorn 8 ' Manual II, C - a''', Hauptwerk Prinzipal 16 ' Bourdon 16 ' Oktave 8 ' Bourdon 8 ' Flûte harmonique 8 ' Gambe 8 ' Oktave 4 ' Flöte 4 ' Grossterz 3 1/5 ' Quinte 2 2/3 ' Superoktave 2 ' Mixtur major V 2 2/3 ' Mixtur minor IV 1 1/3 ' Cornet V 8 ' Trompete 16 ' Trompete 8 ' Clairon 4 ' Manual III, C - a''', Schwellwerk Bourdon 16 ' Diapason 8 ' Cor de nuit 8 ' Viole de Gambe 8 ' Voix céleste 8 ' Prestant 4 ' Flûte octaviante 4 ' Salicet 4 ' Octavin 2 ' Piccolo 1 ' Harm. aetherea 2 2/3 ' Plein jeu V 2 2/3 ' Bombarde 16 ' Trompette harmonique 8 ' Hautbois 8 ' Voix humaine 8 ' Clairon 4 ' Tremulant Manual IV, C - a''', Positiv (schwellbar) Pommer 16 ' Prinzipal 8 ' Doppelflöte 8 ' Violflöte 8 ' Salicional 8 ' Unda maris 8 ' Fugara 4 ' Trichterflöte 4 ' Gemshorn 4 ' Nasard 2 2/3 ' Doublette 2 ' Terz 1 3/5 ' Mixtur 4-5fach 2 ' Cymbel III 1 ' Fagott 16 ' Zinke 8 ' Clarinette 8 ' Tremulant Pedal, C - g' Prinzipal 32' Subbass 32' Holzprinzipal 16' Gedecktbass 16' Violone 16' Oktave 8' Flöte 8' Cello 8' Oktave 4' Flöte 4' Hintersatz IV 4' Mixtur IV 2 2/3' Bombarde 16' Posaune 16' Trompetenbass 8' Tromba 8' Sonderregister: Cymbelstern Koppeln, Spielhilfen: - Normalkoppeln IV - III, IV - II, III - II IV - P, III - P, II - P - Registercrescendo - Koppelhilfe (mech. - elektr.) - Kopplung Schwelltritte SW - Pos. - Tutti - elektronische Setzerkombinationen mit Sequenzer und Direktanwahl - Negativ-Kombination Stand: September 2003
Aufbau der Orgel von 2003 (s/auch Grundriss und Seitenriss): Die Orgel ist asymmetrisch aufgebaut, d.h. der rechte Teil ist - vom Architekten gewollt - etwas höher als der linke Teil. Aus diesem Grunde mussten die C-Seite und die Cis-Seite gegenüber sonst üblichen Aufstellungen vertauscht werden. Die C-Seite steht deshalb rechts und die Cis- Seite links. Das Rückpositiv ist ein ebenfalls in C- und Cis-Seiten aufgeteiltes Positiv im unteren Teil der beiden Seitentürme, welche darüber das Hauptwerk enthalten. Dahinter steht im unteren Gehäuseteil das Schwellwerk, im oberen Teil steht das schwellbare Positiv. Im hintersten Gehäuse ist das Pedal untergebracht. Die Pfeifen des 32’ Principalbass stammen noch aus der Orgel von 1857 von Friedrich Haas. Sie gelten als Schweiz. Kulturerbe und dürfen die Schweiz nicht verlassen. Die beiden Schwelltritte für das Schwellwerk und das schwellbare Positiv können gekoppelt werden, so als ob die beiden Werke ein einziges Schwellwerk wären. Die Manuale können mechanisch und/oder elektrisch gekoppelt werden. Bei mechanischer Kopplung addiert sich der nötige Kraftaufwand zum Drücken einer Taste, bei elektrischer Kopplung bleibt der nötige Tastendruck immer gleich. Negativ-Kombinationen bedeuten, dass von einer vorhandenen Registrierung eine Kombination von Registern abgestossen wird. Der Spieltisch ist im Verbindungsteil der C- und der Cis-Seiten etwa 70 cm über dem Boden der Empore eingebaut und muss über frontal angebrachte Tritte und mit Hilfe seitlicher Handgriffe erklommen werden, ähnlich dem Lokführer beim Besteigen einer Lokomotive, was dem Spieltisch prompt den Übernamen „Führerstand“ einbrachte. Zur Geschichte: Das heutige Münster wurde 1019 eingeweiht. Die Geschichte der Münsterorgeln geht bis zum 13./14. Jahrhundert zurück. Bereits 1303 wurde eine erste Orgel genannt, die aber beim Erdbeben von 1356 zerstört wurde. Der Werdegang der Orgeln ist auf der Internetseite der alten Münsterorgeln etwas ausführlicher beschrieben. Hier nur die verschiedenen Orgelbauten: 1400 Um 1400 befanden sich zwei relativ kleine Orgeln im Münster. ->hist. Orgeln 1855 Bau einer neuen Orgel durch Friedrich Haas mit 60 klingenden Stimmen auf 4 Manualen und Pedal. ->Orgel von 1857 1955 Neubau durch Kuhn AG, Männedorf, mit 74 Registern auf 4 Manualen und Pedal. Die Orgel erhielt wegen ihres rechteckigen Gehäuses den Übernahmen „Chuchichäschtli“. ->Orgel von 1955. 2000 Abbau der Kuhn-Orgel, die nach Moskau verschenkt und in der dortigen Kathedrale am 16. Januar 2005 wieder eingeweiht wurde. Die Versetzung von Basel nach Moskau geschah unter Vermittlung der Osteuropa-Hilfe. Auf deren Webseite sind ausführliche Informationen darüber und über den Einsatz des Instrumentes, auch bei internationalen Meisterkursen für Organisten/innen, zu erfahren. 2002 Bau der neuen Orgel durch Mathis AG, Näfels, mit 78 Registern auf 4 Manualen und Pedal. Im Dezember wurde die Orgel auf dem Lettner aufgebaut, der schon früher auf die Westseite versetzt und zur Empore umfunktioniert wurde. Das Instrument ist in zwei Hauptteile aufgeteilt und lässt das bisher verdeckte Westfenster wieder frei. Zur Erläuterung: Volumetrie ist ein chemisch quantitatives Analyseverfahren. Der in den Artikeln zu dieser Orgel verwendete Begriff „Orgelvolumetrie“ meint vermutlich einfach die Ausmasse, die Aufteilung oder das Verhältnis von physikalischen Körpern (Volumen) zueinander und nicht etwa die chemische Analyse der neuen Orgel. Aus den Vorgaben an die Architekten/Orgelbauer: „Die Orgel soll nicht als Gebäudeteil, sondern als ein im Raum stehendes Möbel wirken (….) eigene architektonische Sprache (…) keine Anlehnung an historische Vorbilder (…). Und so ist es auch geschehen! Alle, die am vorherigen Instrument kein gutes Haar lassen und die neue Orgel in den Himmel loben, seien daran erinnert, dass vor fast 50 Jahren die Kuhn- Orgel als historisch herausragendes Instrument im Buch der GGG „Musikleben in Basel“, 1982, ausführlich erwähnt wurde, ebenso die von Dr. h.c. Ed. Müller, Bottmingen, weitergeführten Münsterkonzerte. Ein gutes Beispiel, wie der Zeitgeschmack unsere Urteile und Werte bestimmt. 2003 An Pfingsten, 8. Juni 2003, wurde die Orgel eingeweiht.
Bibliographie: - Günter Lade, "Ambitionierte Orgelarchitektur in Basel", ORGAN 2001/3, Seiten 16 ff. gekürzter Beitrag mit Genehmigung der ORGAN-Redaktion, 2002 - Günter Lade, „Die neue Orgel des Basler Münsters“, Auszug Einweihungsbroschüre 2003 (vergriffen) - Dr. Franz Lüthi, Rickenbach TG, „Die Orgeln im Basler Münster“, Bulletin OFSG 22, Nr. 3, 2004 - GGG Gesellschaft des Guten und Gemeinnützigen, „Musikleben in Basel“, Basel 1982 - Evang. Ref. Kirche Basel-Stadt, Münster-Rundgang - Orgel von 2003, Internet 2010 - Osteuropa-Hilfe, Bericht über die Versetzung und den Einsatz der Kuhn-Orgel in Moskau.
Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein
Orgelprofil Münster, Orgel 2003 Basel BS