Andreas Zwingli: „Die Restaurierung der Psallierchor-Orgel in der
Klosterkirche Fischingen TG“, in: Orgeln in der Schweiz - Erbe
und Pflege, Kassel 2007, S. 140-163
Angelus Hux, Alexander Troehler: KlangRäume - Kirchen und Orgeln
im Thurgau, Frauenfeld 2007, S. 166-175
Angelus Hux: "Die Orgeln im Kloster Fischingen", in: Bulletin der St. Galler
Orgelfreunde OFSG, Sondernummer zur GdO-Tagung 2008,
S. 4-9 (pdf-Datei)
Bilder: Christoph Hurni, Bern
Klosterkirche, Psallierchor
Fischingen TG
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Typ:
Traktur
mechanisch
Registratur
elektrisch
Windladen
Schleifladen
Baujahr:
1763
Orgelbauer:
Johann Georg Aichgasser,
Ueberlingen (D)
Rekonstruktion:
1957
Orgelbauer:
Metzler AG, Dietikon
Manuale:
2
+ Pedal
Register:
33
Manual I, C - g''', Hauptwerk
Principal
8 '
Copel
8 '
Viola da Gamba
8 '
Piffaro II (schwebend)
8 '
Octav
4 '
Flöte
4 '
Quint
2 2/3 '
Super-Octav
2 '
Hörnle II
1 1/3 '
Mixtur III
1 '
Cymbal III
1/2 '
Kornett V (ab c‘)
8 '
Trompete
8 '
Manual II, C - g''', Oberwerk
Copel
8 '
Salicional (ab c°)
8 '
Principal
4 '
Rohrflöte
4 '
Dulcian
4 '
Quint
2 2/3 '
Octav
2 '
Flageolet
2 '
Mixtur III
1 '
Vox humana
8 '
Tremulant
Pedal, C - f'
Offenbass
16 '
Subbass
16 '
Praestant
8 '
Gambabass
8 '
Quintbass
5 1/3 '
Octav
4 '
Kornettbass IV
2 2/3 '
Super-Octav
2 '
Posaune
16 '
Trompete
8 '
Koppeln, Spielhilfen:
-
Normalkoppeln II - I, II - P, I - P
-
2 freie Kombinationen
-
3 feste Kombinationen
(MF, F, Organo Pleno)
-
Absteller Mixturen
-
Absteller Zungen
Stand: 2012
1611
bis 1742:
siehe >Abbrederis-Orgel
1763
Für den 1751 neu errichteten Psallierchor, auch oberer Chor genannt,
baut Johann Georg Aichgasser, Ueberlingen, eine neue Orgel mit 31
Registern auf 2 Manualen und Pedal. Die beiden Seitenwerke erden erst
nach Vollendung des fünfteiligen Mittelwerks bestellt und gebaut, was der
Orgel zu ihrem eher ungewöhnlich breiten Prospekt verhilft. Die
ursprüngliche Disposition ist nicht bekannt, sie ist nur aus späteren
Aufzeichnungen überliefert.
1848
Aufhebung des Klosters. Weil der Orgel bei der Inventarisierung der
Klostergüter kein grosser Wert bescheinigt wird, überlässt man sie der
Kirchgemeinde, die die Kirche als Pfarrkirche weiter nutzt. Bis nach 1900
werden immer wieder Reparaturen und Eingriffe vorgenommen.
1883
Das Gehäuse wird dunkelbraun gefasst.
1914
Die Gebr. Mayer, Feldkirch (A) und Buchs, bauen die Orgel auf
pneumatische Kegelladen um und erweitern sie auf 49 Register auf
3 Manualen und Pedal, mit den üblichen zahlreichen Spielhilfen.
24 Register von Aichgasser werden weiterverwendet, jedoch stark
überarbeitet.
1930
Revision durch Orgelbau Willisau AG
1937
Einbau eines neuen elektrischen Gebläses durch Orgelbau Willisau AG.
1948
Ein Umbauprojekt von Karl Matthaei, Winterthur, wird nicht realisiert.
1957
Aus Anlass einer Kirchenrenovation rekonstruiert Orgelbau Metzler AG,
Dietikon, das Instrument auf den Zustand von 1763. Die originale
Farbfassung des Prospektes wird freigelegt. Es werden neue Schleifladen
und eine mechanische Spieltraktur eingebaut. Als zeitbedingter
Kompromiss wird die Registratur elektropneumatisch angelegt. Auch der
Spieltisch mit modernen Klaviaturumfängen entspricht dem Standard der
1950er Jahre. Es handelt sich somit nicht um eine Rekonstruktion nach
den in den seither entwickelten, strengen Restaurierungsmassstäben.
Noch immer enthalten jedoch 24 der 33 Register Pfeifen von Aichgasser,
die alle auffallend sauber verarbeitet sind.
1995
Revision durch Orgelbau Metzler AG mit Einbau eines neuen
Schleudergebläses.