1486 Die Bezahlung einer ersten Orgel für die Stiftskirche ist in einer Quelle belegt. Nähere Angaben fehlen. 1523 Bau einer neuen Orgel durch Hans Schentzer, Stuttgart, mit angeblich 20 Registern. Das Instrument ist wahrscheinlich im Schiff nahe beim Chor platziert. 1535 Nach der Reformation von 1529 wird die kath. Messe wieder zugelassen, und die Kirche wird von beiden Konfessionen genutzt. 1627 Der Tiroler Orgelbauer Mathias Fuchs erbaut auf dem Lettner eine Orgel mit 14 Registern. In den folgenden Jahrzehnten sind verschiedene Reparaturen belegt. 1648 Bau einer Chororgel durch Aaron Riegg und seinen Sohn Tobias Sigmund Riegg, Memmingen (D). 1662 Abbruch der Reste der inzwischen unspielbaren Schentzer-Orgel im Kirchenschiff. 1757 Neubemalung der Flügel der Lettner-Orgel. 1790 Für den reformierten Gottesdienst baut Orgelbauer Johann Michael Grass, Lommis TG, eine Orgel mit 10 Manual- und 4 Pedalregistern auf die Westempore (>Disposition). 1792 Johann Michael Grass baut in die Lettner-Orgel zwei zusätzliche Register ein und entfernt die Orgelflügel. 1864 Abbruch des Lettners. Im Hinblick auf einen Orgelneubau wird die „reformierte“ Orgel an die kath. Kirche Jonschwil SG verkauft. Eine der beiden „katholischen“ Orgeln (ob die Lettner- oder die Chororgel, ist nicht bekannt) geht ins Kloster Leiden Christi, Jakobsbad/Gonten AI. Keine dieser Orgeln ist erhalten. 1865 Bau einer neuen, von beiden Konfessionen bezahlten Orgel auf der Westempore durch E. F. Walcker & Cie, Ludwigsburg (D). Es handelt sich um eine mechanische Kegelladenorgel mit 30 Registern auf 2 Manualen und Pedal (>Disposition). Das zweigeteilte, neugotische Gehäuse lässt das Westfenster frei. 1912 Einbau eines elektrischen Gebläses durch Orgelbau Kuhn, Männedorf. 1922 Umbau der Orgel auf pneumatische Taschenladen, Aufstellung eines neuen Spieltischs mit zahlreichen Spielhilfen und Erweiterung auf 34 Register durch Kuhn AG, Männedorf. Der Prospekt wird verbreitert und verdeckt nun das Westfenster. 1943 Änderungen an 25 Registern im Sinn der von der Orgelbewegung propagierten Klangaufhellung durch Kuhn AG, Männedorf. Das Instrument umfasst neu 36 Register auf 2 Manualen und Pedal. 1969 Abbruch der Walcker-Kuhn Orgel. Die Pfeifen werden einzeln verkauft. 1975 Bau einer neuen Orgel auf der Westempore durch Wilfried Albiez, Lindau (D), mit 30 Registern auf 2 Manualen und Pedal (>Disposition). Der Spieltisch besitzt ein drittes Manual, über welches die bereits 1971 erbaute >Chororgel gespielt werden kann. Die beiden Manualwerke der Chororgel lassen sich auf diesem dritten Manual nur gemeinsam spielen. Eine getrennte Verwendung ist vom Hauptorgelspieltisch aus nicht möglich.
Informationen: Angelus Hux, Alexander Troehler: KlangRäume - Kirchen und Orgeln im Thurgau, Frauenfeld 2007, S. 106-113 Angelus Hux, «E. Die Orgeln in der Stiftskirche St. Pelagius Bischofszell», in: Bulletin der St. Galler Orgelfreunde OFSG 31, Nr. 5/2013, S. 26-48 Bilder 2008: Dr. François Comment, Burgdorf
Orgelverzeichnis Schweiz und Liechtenstein
Orgelprofil Hauptorgel Kath. Stiftskirche St. Pelagius Bischofszell TG
Galerie Galerie
Geschichte
Kath. Stiftskirche St. Pelagius, Hauptorgel 1975 Bischofszell TG ____________________________________ Typ: Traktur mechanisch Traktur Man. III elektrisch Registratur elektrisch Windladen Schleifladen Baujahr: 1975 Einweihung: 2. November 1975 Orgelbauer: Winfried Albiez, Lindau/Bodensee (D) Manuale: 3 + Pedal Register: 30 + 12 der Chororgel Manual I, C - g''', Hauptwerk Quintatön 16 ' Praestant 8 ' Koppelflöte 8 ' Octave 4 ' Nachthorn 4 ' Quinte 2 2/3 ' Superoctave 2 ' Sept-Terz II 1 1/7'+ 1 3/5 ' Mixtur IV 1 1/3 ' Trompete 8 ' Tremulant (verstellbar) Manual II, C - g''', Schwellwerk Gedecktflöte 8 ' Salicional 8 ' Unda maris 8 ' Principal 4 ' Rohrflöte 4 ' Sesquialter 2 2/3'+ 1 3/5 ' Flachflöte 2 ' Octävlein 1 ' Mixtur V 2 ' Fagott 16 ' Trompete 8 ' Schalmei 4 ' Tremulant (verstellbar) Manual III, C - g''', Chororgel Offenflöte 8 ' Rohrgedeckt 8 ' Praestant 4 ' Kleingedeckt 4 ' Gemshorn 4 ' Superoctave 2 ' Waldflöte 2 ' Spitzquinte 1 1/3 ' Mixtur III 1/2 ' Pedal, C - f' Praestant 16 ' Subbass 16 ' Octave 8 ' Spillpfeife 8 ' +2009 Choralbass 4 ' - 2009 Choralbass II 4 ' + 2 ' Hintersatz IV 2 2/3 ' Lieblich Posaune 16 ' Zinke 8 ' Tremulant (verstellbar) Pedal, C - f', Chororgel Untersatz 16 ' Koppelflöte 8 ' +1981 Choralbass 4 ' - 1981 Piffaro 4 ' + 2 ' Koppeln, Spielhilfen: - Normalkoppeln II - I, II - P, I - P, III - I, III - P - 6 mechanische Setzerkombinationen - Orgelpleno - Registercrescendo - Absteller Mixturen - Absteller Zungen - Hauptorgel ab - Chororgel ab Stand: 2012
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